Seit 1990 veranstaltet das Keramikforum Freiburg im Rahmen der Freiburger Keramiktage am alten Wiehrebahnhof in der Urachstrasse in Freiburg einenTöpfermarkt, 2008 am 28. & 29. Juni Download des Faltblattes 07 Liebe Besucher/innen der Freiburger Keramiktage
Der jährliche Schwerpunkt der Veranstaltung heißt in diesem Juni
"Die neulich noch neuen Länder".
- Keramiker und Keramikerinnen aus den östlichen Bundesländern haben in den vergangenen 18½ Jahren einen außerordentlichen Umbruch erlebt:
Der Schwerpunkt der Veranstaltung heißt in diesem Juni "die neulich noch neuen Länder" - Keramiker und Keramikerinnen aus den östlichen Bundesländern haben in den vergangenen 18 Jahren einen außerordentlichen Umbruch erlebt, denn bis zur Maueröffnung war die Versorgung mit Gütern im Osten eher begrenzt. Die Objekte der in kontrolliert zugelassener Zahl arbeitenden Töpfer und Töpferinnen waren so begehrt, dass sie diese oft direkt aus dem Ofen verkaufen konnten. Diese hochgesicherte Existenzgrundlage verloren sie dann von einem auf den anderen Tag und mussten sich den Realitäten des freien Töpferns in der Marktwirtschaft stellen. Mutige, selbstorganisierte Gemeinschaftstouren durch Europa, Symposien und individuelle Kontakte mit den westlichen Kollegen brachten die KeramikerInnen der "nicht-mehr-DDR" in Fühlung mit der neuen Realität.
Mit neuen Töpfermärkten im Osten, derer es im Westen schon viele gab, schufen sich die Keramikerinnen wieder Absatzmöglichkeiten. Schon vor der Wende hatten einige begonnen, die erfahrungsintensive, unvorhersehbare und faszinierende Welt des Holzbrennens zu erkunden. Sie nutzten die neue Reisefreiheit dazu, sich mit der weitreichenden Gemeinde dieser Technik zu vernetzen. Mit der Burg Giebichenstein besteht in Halle eine sehr renommierte Kunstschule mit keramischem Zweig fort und hat sich zu einer wichtigen Größe in der Ausbildung junger Talente etabliert. So erwarten Sie neben bekannten Namen wie Martin Möhwald, Annette Wandrer, André von Martens auch eine junge Generation wie aus Halle die Werkstattgemeinschaft Kellys Crack, insgesamt engagierte und leidenschaftliche Vertreter dieser Zunft.
"Das Wesentlich andere in der ddr war, daß noch so grausam gestaltete, Fehlbrand- oder Fehlformkeramik mit Sicherheit einen Liebhaber fand - und das am Ort der Herstellung, ohne Markt, was nicht heißt, dass es schlechte Keramik war, im Gegenteil - durch den nicht vorhandenen Existenzdruck wurde viel freier und experimentierfreudiger gearbeitet. Das große Problem war das Material - die Beschaffung ist zeitlich ca mit 10 Märkten zu vergleichen und für Menschen wie mich, Autodidakten, gab es keine legale Möglichkeit zur selbstständigen Arbeit. Das, sowie neue Materialien, Techniken und Sichten der Keramik dieser Welt brachte der gesellschaftliche Umschwung, welch ein Glück."
Knut Winkelsdorf, Keramiker seit 1987 in Berlin
So erwartet Sie auf dem platanenbestandenen Platz am alten Wiehrebahnhof eine hochambitionierte Gruppe von KeramikerInnen, um gemeinsam mit den eingesessenen Werkstätten des Freiburger Keramikforums ihre neuesten Arbeiten vorzustellen: Gebrauchs- und Ziergefäße, Gartenkeramik, Skulpturen, Objekte und Kachelöfen.
Im Ausstellungsraum des alten Wiehrebahnhofs präsentiert André von Martens aus der Lausitz seine großen, schwarz-monochromen Gefäße, die mit ihrer klassisch-reinen Linie, ihren seidigglatten Oberflächen tatsächlich eine Art diefdunklen Klang verbreiten.
Im Rahmenprogramm werden Filme über Keramik gezeigt, es gibt wieder das beliebte Kindertöpfern, und wer bei der ganzen Vielfalt Hunger oder Durst bekommt, wird im und um das Gebäude nach Belieben versorgt. Das Kindertöpfern ist dieses Jahr um eine Attraktion reicher, es werden zwei Drehscheiben mit "Partnerantrieb" locken, eigene Erfahrungen in dieser Kunst zu machen.
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